Ihr Lieben Freunde!

Bekommt bei diesen Bildern bitte keinen Nervenzusammenbruch. Ihr braucht auch nicht Euer Protest- Schild hochhalten oder ein Neues basteln. Bitte nehmt mich nicht in die Liste der noch mit Farbe zu bewerfenden Menschen auf. Bitte schickt mir auch keine Videos von schlimmen Zuständen, denen Tieren ausgesetzt werden um Pelze für die breite Masse zu produzieren. Es ist dieses mal nicht so, wie es aussieht …
Ich habe zwar im Artikel am Montag kurz darauf Bezug genommen, aber falls den nicht jeder gelesen hat, berichte ich hier nun noch ein wenig ausführlicher. Wenn Euch der Text nicht gefällt, erfreut Euch einfach an den schönen Fotos von Jeremy von Herzensflüstern Hamburg.

Dieser Mantel stammt aus dem Atelier der Kürschner Meisterin Martina Stertz in Koblenz. Ein Kürschner verarbeitet die Haut der Tiere zu Leder und die Felle der Tiere zu Pelzen. Hierbei handelt es sich um einen unglaublich alten und interessanten Beruf. Der Ruf dieser Branche hat allerdings in der letzten Zeit stark gelitten. Nicht zu letzt wegen schlechter Information und der alten Angewohnheit, die Meinung anderer Menschen zu übernehmen.

Wenn ich also in den einleitenden Sätzen schreibe, dass es nicht so ist wie es aussieht, meine ich das  auch so. Es ist tatsächlich ein echtes Fell am Kragen der Jacke und kein Imitat. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um irgendein Produkt, das in China gefertigt wurde. Kein Mensch, der an dieser Jacke arbeitet lebt unter miserablen Umständen und verdient für seine Arbeit nur ein paar Euro.  Kein Tier wurde unter harten Bedingungen gezüchtet um es dann häuten zu können.
Dieser handgefertigte Mantel kostet im Atelier der Herstellerin etwa 2400€. Und damit erklärt sich im Grunde schon von allein, warum ich Euch hier diesen Mantel präsentiere.

Es ist keine Massenware, von der ich nicht weiß unter welchen Umständen es hergestellt wurde. Es ist genau das Gegenteil. Es ist Maß-Arbeit! Fleißige Hände, die gerne mit Mode zu tun haben, nähten diese Jacke in Koblenz. Das Fell Teil am Kragen war einmal ein Fuchs.
Und auch an dieser Stelle noch einmal Luft holen liebe Tierfreunde und weiterlesen! In Deutschland werden Rotfüchse regelmäßig erlegt. Das ist ihre Pflicht. Ich werde Euch hier nicht die Arbeit eines Jägers erklären. Es ist eigentlich auch ihre Pflicht diese Füchse zu vergraben. Aber welchen Sinn macht das denn? Leider wird das aber in allen erdenklichen Branchen so gehandhabt… bevor man es günstig weiterverkauft oder gar verschenkt wirft man es lieber weg (Lebensmittel zum Beispiel).
An diesem Punkt hat sich aber Martina Stertz eingeklinkt und vorgeschlagen, diese Rotfüchse zu verarbeiten. Daraus entsteht etwas weit größeres und sinnvolleres. Meiner Meinung nach ist es nichts anderes als das Moderne Wiederverwenden, was wir heutzutage hipstermäßig Upcycling nennen. Außerdem hat dieser Mantel vor ein paar Monaten den Red Fox Award verliehen bekommen, für den man nur nominiert werden kann, wenn man sich an strenge Kriterien hält. Wie zum Beispiel nur regionale Felle zu verwenden.

Martina Stertz, Friedrich-Ebert-Ring 50, 56068 Koblenz
Telefon: 02 61 – 31 77 3 / Fax: 02 61 – 31 78 0  / Email: INFO@MARTINA-STERTZ.DE

Pin It on Pinterest

Share This