„Komische Frage, natürlich nicht. Ich esse immer genug.“ so würden wohl die meisten von Euch auf die Frage reagieren.
Es scheint die normalste Antwort zu sein, die auch korrekt erscheint.
Aber wisst Ihr was? Wenn mich jemand konkret fragen würde: „Vanessa, bist du essgestört?“ müsste ich nach Meinung einiger sogar mit Ja antworten. Laut einiger Tests wäre ich sogar schon Magersüchtig.
Einer der Online Tests konnte zwar nicht von einer definierten Essstörung reden, riet mir aber trotzdem Hilfe zu suchen. (Link zum Test am Ende des Beitrages).

Das mag Euch vielleicht schockieren, aber ich erkläre Euch warum noch viel mehr über das Thema Ess-Störung und Magersucht gesprochen werden muss. Vor allem müssen Betroffene offener behandelt werden und nicht verurteilt werden.

Während wir die Fotos für dieses Outfit gemacht haben, musste ich immer wieder an der Hose herumzuppeln. Bei den Detail Aufnahmen habe ich wirklich strak darauf geachtet, wie ich stehe und den Bauch so doll eingezogen wie es eben nur ging.
Dabei ist mir eingefallen, dass ich die Hose noch vor einigen Monaten für ein anderes Outfit anhatte und dabei ganz andere Probleme hatte. Zu der Zeit saß sie extremst locker und ich musste sie immerwieder hoch ziehen!
Das zeigte mir also, dass ich wirklich in den letzten Monaten zugenommen hatte und das nun auch mittlerweile meine Hosen betraf.
Tatsächlich sind es 5 Kilo die ich zugenommen habe. Das man mir das nicht ansieht, weiß ich – das wird mir ja oft genug gesagt.
Aber ich weiß es, die Wage weiß es und nun wissen es auch meine Hosen, die zwacken und kneifen.

Mein Hemd ist in Wirklichkeit gar nicht mein Hemd. Es gehört meinem Mann und ist mit einem XL beschildert. An mir sieht es aus, wie eine typische Oversized Bluse.
Aber mein Kopf weiß, dass es eben keine Oversized Bluse ist.

Und da haben wir den springenden Punkt.
Man redet im Allgemeinen von einer Magersucht, sobald man sich regelmäßig Gedanken über Essen und Abnehmen macht.
Wer mir auf Snapchat folgt weiß, dass ich Julian Zitlows Size Zero Diät, Almased und Detox immer mal wieder versuche in meinem Leben zu integrieren um endlich meine Sommerfigur zu erreichen.
Leider ist mein Leben aber gerade viel zu stressig, als dass ich noch auf Süßes und Wein am Abend verzichten könnte.

So hänge ich also seit Jahren in diesem endlosen Teufelskreis fest – mache Diät und nehme 3 Kilo ab, schlemme mich danach durchs Leben und nehme wieder 5 Kilo zu, darum muss ich wieder Diät halten und mich zwingen viermal in der Woche Sport zu machen….
Vielleicht kennt Ihr diesen bescheuerten Werdegang von Euch auch.

Viele werden sagen, dass man deswegen trotzdem nicht von einer Magersucht oder Ess-Störung sprechen kann.
Hier widerspreche ich ganz klar, mit der einfachen Erklärung des Wortes allein.
Ein Mensch, der ersucht dünn (Übertreibung: Mager) zu sein/ werden/ bleiben = Magersüchtig.
Vielleicht erscheint es extrem, vor allem wenn man den lateinischen Begriff Anorexia nervosa im Hinterkopf hat.
Allerdings muss definitiv von einer Ess-Störung geredet werden, wenn das (nicht) Essen einen so großen Stellenwert im Leben einnimmt. Und wer sich am Tag so viel mehr Gedanken über das Essen, als das Leben macht hat ein gestörtes Essverhalten.

Was unternehme ich also dagegen? Was könnt Ihr dagegen unternehmen wenn Ihr tatsächlich so magensüchtig seid, dass Ihr weiter geht als ich und zum Beispiel mit Bulimie zu kämpfen hast?

Ich versuche auf meinen Körper zu hören und ihm ausreichend Material zum Arbeiten zu geben. Eine Ausgewogene Ernährung von der jeder redet ist noch immer die beste Lösung. Das klappt natürlich nicht immer zu einhundert Prozent. Aber ich mache mir keine Sorgen um mich, sodass ich Hilfe aufsuchen müsste.
Außerdem versuche ich Sport gerne zu machen und nicht dazu zu zwingen.

Trotzdem gibt es im Internet genügend anonyme Hilfeseiten. Ich habe mich auch durch einige geklickt und fand diese drei ganz informativ:
www.bzga-essstoerungen.de
www.anad.de
www.gofeminin.de

Xx, Vanessa

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