Ist euch das auch schon aufgefallen? InstagramBilder von glücklichen Paaren oder Paaren mit einem Kind werden wie folgt kommentiert:
„goals!“ „Lifegoals“ „Realtionshipgoals“ oder „ich hoffe, das erreiche ich auch bald!“.
Es scheint irgendwie eine neuer Trend zu sein Bilder auf diese Art zu kommentieren. Über unsere Ziele und wünsche reden wir im Netz mittlerweile ganz offen. Was mich auch schon ohne Umschweife zu meinem Thema führt. Diese Goals oder zu deutsch einfach Ziele, die so viele sich wünschen zu erreichen, habe ich ja augenscheinlich bereits erreicht!

Seit fast 4 Jahren bin ich verheiratet und unser gemeinsamer Sohn ist auch schon 3 Jahre alt. Also das ganz klassische Packet der altmodischen Familie: Vater Mutter Kind. Und dabei bin ich gerade mal 25 Jahre jung.

Für mich waren das aber nie Ziele, die weit oben auf meiner Liste standen.
Hätte mir jemand vor 5 Jahren gesagt, dass ich heute Mutter und Ehefrau sein würde… Das hätte können wir in dem Satz streichen! Immer wieder haben Freunde und Bekannte nämlich gesagt, dass ich schneller Mutter werde als der Rest unserer Freunde.
Diese Hellseher! Darüber habe ich immer nur gelacht!
Kinder? Sicher nicht bevor ich 30 bin!
Es kommt aber eben doch anders, als man plant…
Mit 21 bin ich schon Mama vom kleinen Benaja geworden. Das ist in unserer Generation eigentlich nicht übermäßig jung, wenn ich nur an die Teenie-Mütter von RTL2 und Co denke. Allerdings bin ich im Verhältnis zu den Mädels aus meinem ehemaligen Umfeld eine der jüngsten Mütter.

Ich bin ganz ehrlich. Benaja war kein geplantes Baby und am Anfang der Schwangerschaft habe ich mich damit gar nicht richtig abfinden können. Versteht mich nicht falsch. Ich liebe meinen Kleinen über alles. Aber am Anfang hat der Fakt ein Kind zu bekommen mich einfach fertig gemacht. Mir war klar, dass sich mein Leben dadurch grundlegend ändern würde. Ganz spontane Kinoabende oder Dinner zu zweit- nicht möglich. Einfach mal übers Wochenende Wellness machen- ohne Babysitter nicht möglich.
Meine Familie wohnt hunderte Kilometer entfernt, meine Mutter kann also nicht mal eben aufpassen kommen. Auch die Schwiegermutter wohnt über eine Stunde weit weg.
Am Anfang eine wildfremde Babysitterin für den Wurm ins Haus lassen? War mir irgendwie nicht recht. Ich denke Frauen, die in einer ähnlichen Situation waren oder vielleicht sind, erleben das genau so wie ich.

Mir war klar, dass es zukünftig kein wir ohne diese kleine dritte Person mehr geben wird… Das war anfangs irgendwie befremdend! Und die Sorge ein Kind erziehen zu müssen, und Verantwortung für jemanden außer mir zu übernehmen war noch viel größer.
Das sind Dinge über die man sich am besten über längere Zeit Gedanken macht. Nach den Typischen Richtlinien der Lebens-to-do-Listen hätten wir uns erstmal einen Hund zulegen und ein Haus bauen müssen.
Nach dem Haus und dem Hund hätte ich sicherlich in meinem Schaukelstuhl sitzend angefangen mir über ein kleines Baby in meinem Bauch Gedanken zu machen…
Mir hat das Leben da aber einfach keine Wahl gelassen und mich ins klare Wasser geworfen.
Jetzt kann ich sagen, dass ich es niemals besser hätte planen können!

Ich denke dass viele der jungen Mädchen über das ganze drum herum nicht zu Ende nachdenken.
Einen tollen Freund zu finden, ist eine Sache. Mit ihm zusammen zu bleiben ist eine viel schwerere! Ein Kind mit diesem Freund zu bekommen, ist eine Sache. Mit ihm in Erziehungsfragen Einig zu sein eine viel schwerere!
Und das sind auszugsweise nur zwei Hürden die man in diesem Goal meistern muss. Vergessen darf man auch nicht, dass ein erreichtes Ziel auch immer ein Ende mit sich bringt. Wie in diesem Fall eben das Ende der Zweisamkeit.

So schön es auf den Bildern auch immer aussieht – es ist harte Arbeit eine Familie zu sein!
Will ich mit meinem Text davon abraten eine Familie zu gründen?
Will ich Euch sagen, dass Ihr besser alle allein bleibt und niemals Kinder haben sollt?
Ach quatsch… Eine eigene Familie zu haben ist ein Gefühl das man nicht beschreiben und auch mit nichts vergleichen kann. Aber wie schon erwähnt ist es nur der Start von einem langen Weg und nicht auf die leichte Schulter zu nehmen…
(Zack, lässt Sie schon die Mutter raushängen! 😀 Fehlt nur noch der erhobene Zeigefinger!)
Aber bis dahin solltet Ihr Euer Leben genießen und nicht immer zu viel darüber nachdenken, was ihr noch alles haben wollt. Immer wieder im Kopf durchzugehen, was man alles erreichen möchte macht nur blind für die Dinge die im aktuellen Moment passieren.
Den Moment zu erleben und vor allem auch zu leben ist etwas, das man lernen muss aber so viel positiven Nutzen bringt.

Der Punkt ist, das jeder in seinem Leben lernen muss mit dem zufrieden zu sein was er hat. Unzufrieden zu sein weil man zu viele Dinge nicht hat oder noch nicht erreicht hat, bringt einen nicht weiter.
Diese Unzufriedenheit ist nur von Vorteil, wenn sie einen dazu bringt konkrete Änderungen vorzunehmen die einen weiterbringen.
Also lasst Euch nicht zu sehr von dem beeinflussen, was Ihr auf Instagram und Co seht. Viele der Szenen sind gestellt und auch in der Realität der überschminkten hübschen USA-Momma stinkt der Pfurz nicht rosiger als Deiner. So calm down und kreiere Deine eigenen für dich passenden Ziele!

Mutter-Megaphon aus.
Xx, Vanessa

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